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Abschied nehmen

Sag zum Abschied leise servus .. singt man in einem alten Wiener Lied. Abschied nehmen verbinden wir Menschen immer mit Trauer und Schwere. „Auf Wiedersehen, auf Wiedersehen ..." wie es in einem anderen Lied heißt ist dabei meist unsere Hoffnung. Es gibt jedoch unabänderlich eine Tatsache, menschliches Leben bedeutet immer auch ein ständiges Abschied nehmen.

 

Abschied nehmen kann auch eine Chance sein

Das Abschiednehmen eröffnet die Chance, dass sich etwas Neues entwickeln kann. Jeder Mensch muss in seiner Lebensgeschichte vielschichtige Übergänge bezwingen und alte Gewohnheiten über Bord werfen. Das Leben ist ein ständiges Verabschieden und Heimkehren. Menschen sollten die Aufgabe annehmen, sich weiter zu entwickeln. Abschied nehmen erfordert allerdings auch die Kraft, sich von allem Überflüssigen zu lösen. Nur wenn man loslässt, was entbehrlich ist, kann man sich auch neuen Herauforderungen zuwenden.

 

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Abschied nehmen im Todesfall wühlt viele Emotionen auf

Abschiede nach dem Versterben eines nahen Angehörigen bringen unterschiedlich Gefühle zutage, wie Kummer, Schmerz, Trauer, Zorn, Ratlosigkeit und manchmal auch Resignation. Damit man unter diesem Gefühlswirrwarr nicht erstarrt, ist es wichtig Trauerbegleiter beim Abschied zu haben. Viele Trauernde aber fühlen sich verlassen, unverstanden und geraten deshalb in eine tiefe Vereinsamung. In unserer Gesellschaft fehlen leider die Klageräume für Trauernde. Das Sterben wird verdrängt und dadurch ist kein Rahmen geschaffen für Trauernde und deren tiefe Gefühle. Nachbarn, Freunde und Angehörige nehmen an Kummer und Trauer teil, wenn ein Bekannter oder Verwandter beerdigt wurde. Sie spüren das Leid und würden trotzdem am Liebsten diese traurigen Begebenheiten aus ihrem Leben fernhalten.

Schmerzhafte und leidvolle Abschiede sollten alle Menschen bewusst durchleben und auch andere Trauernde begleiten. Menschen sind von Natur aus gut ausgestattet um die Trauer spüren und sie mit zu tragen. Auch schmerzhafte Einschnitte im Leben verkraften zu müssen, gehört zum Leben ganz einfach dazu. Für viele Menschen wäre die Bewältigung auch wesentlich leichter, wenn sie Trauer und Kummer ganz einfach zuließen, doch meist wird nur verdrängt. Nur aus einer guten Trauerbewältigung können auch Zukunftshoffnungen wachsen. Dieser Vorgang erfordert unterschiedlich viel Geduld und zwar vom Tröstenden und dem Trauernden. Jeder Abschied ist ein kleines, eigenes Sterben.

 

Abschied nehmen – der Kreislauf des Lebens

Unser Leben ist geprägt von Abschieden und Neuanfängen dies beginnt schon mit der körperlichen Trennung von der Mutter bei der Geburt. Auch die ersten Schritte unserer Reise durch das Leben sind mit unterschiedlichen Erfahrungswelten angereichert. Der Grundtakt allen menschlichen Lebens ist der  Abschied und der dazugehörige Neuanfang. Unmengen von "kleinen Abschieden" begleiten unser Leben, denn auch kurzzeitige Trennungen sind ein solcher Abschied.  Auch das Schlafen - Gehen ist der kurzzeitige Abschied vom heutigen Tag und zwar so lange, bis der neue Tag beginnt. Auch menschliche Entwicklungsübergänge von einer Fertigkeit hin zum Erwerb neuer Fähigkeiten und Freiheiten bedeuten für junge Menschen gleichzeitig auch die Loslösung vom Elternhaus (wieder ein kleines Abschied nehmen).

In vielen Familien gibt es heute Scheidungserlebnisse und Kinder wie auch die Erwachsenen erleben hierdurch ein schmerzhaftes Abschied nehmen. Alle müssen sich vom Familienbild verabschieden und die Kinder haben entweder die Nähe der Mutter oder des Vaters nicht mehr, dabei lieben sie beide und möchten keinen missen.

 

Abschied nehmen Fazit

Es war den meisten Menschen immer bewusst, dass große Übergänge oder Verluste  im Leben Ängste und Krisen hervorrufen können.  Im schlimmsten Fall kann dies sogar ein Scheitern der Bewältigung des Lebensentwurfes verursachen. Aus gutem Grund gibt es für hochsensible Lebenssituationen, wie Trauerfälle Zeremonien, die den Angehörigen das Abschied nehmen erleichtern sollen. Rituale für das Abschied  nehmen beinhalten meist auch die Hoffnung auf einen Neubeginn. Sie geben dem Trauernden Halt und vermitteln, die teilnehmende Gemeinschaft begleitet und unterstützt dich. Rituale sind hilfreiche Gestaltungen, die der Trauer eine besondere Bedeutung verleihen und das Abschied nehmen zelebrieren.  Gerade ein solch wichtiges Abschied nehmen sollte zu einem feierlichen Erlebnis werden.

 

Abschied nehmen mit Kindern

Beim Abschied nehmen könnten die Erwachsenen von Kindern noch viel lernen, denn sie sind näher an der ursprünglichen Dynamik des Lebens. Sie sind zudem unbeschwerter und deshalb in der Lage rascher und leichter mit dem Abschied fertig zu werden. Sollten sie jedoch in den sie umgebenden trauernden Erwachsenen kein gutes Vorbild finden, kann es auch für sie dramatisch schwerer sein, eine solche Situation zu meistern.

 

Die Grundlage der Trauerbewältigung

Die Grundlage jeder Trauerbewältigung ist vor allem eine hohe Sensibilität gegenüber der Not trauernder Menschen. Abschiede von Verstorbenen kündigen sich meist nicht an und man trifft auf das Loslassen völlig unvorbereitet. Es ist für Trauerbegleitende besonders wichtig, ein Gespür zu entwickeln, wann der Mensch im Leid uns braucht und wann wir uns besser zurückziehen.

 

 

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